Saatgut

Um sicher zu stellen, dass unser Saatgut sortenrein ist werden die entsprechenden Blütenrispen vor Fremdbestäubung geschützt. Von jeder Saatgut-Sorte haben wir mindestens 10 Pflanzen. Von den beiden stärksten Pflanzen erntet Bente (Bild) nur vollreife Früchte die exakt der Sorte entsprechen. In diesem Fall erkennen wir deutlich die Sorte Stick, die einzigartig gekräuselten Blätter verraten es. 

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Die Saatgut-Tomaten von der Sorte Stick werden halbiert, die Saatkörner wandern mit der Pulpe (glibberige, wässrige Flüssigkeit, die an den Kernen klebt) in ein Glas.

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Nun füllen wir es mit Brunnenwasser auf. Dann lassen wir es im warmen Gewächshaus etwa 3 bis 4 Tage ruhen. Im Glas gärt es. Die Saatkörner sammeln sich auf dem Boden des Glases, oben bildet sich ein Schimmelrasen. Bei diesem Vorgang wird die Keimscheibe "angekratzt" und etwas keimfähiger. 

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Nach 3 bis 4 Tagen sollte es so aussehen. 

1) Schimmelrasen

2) Die Kerne, die oben schwimmen sind teilweise nicht keimfähig und werden aussortiert

3) Die Kerne am Boden sind unser Saatgut

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Der Schimmelrasen und die oben schwimmenden Kerne werden kompostiert. 

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Mit klarem Brunnenwasser spülen wir die Kerne unter einer Brause.

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1 bis 2 Tage im warmen Gewächshaus trocknen lassen. Nicht über Wochen liegen lassen, zuviel Licht macht Saatgut steril.

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Das trockene Saatgut füllen wir in Tüten. Bei den gängigen Sorten ist es immer aktuell. Jedes Jahr werden zwischen 200 und 300 verschiedene Sorten bei uns frisch eingetütet. Und aus diesen Grossgebinden tüten wir deine Bestellung in die Kleverhof Saatguttüten. Der Name der Sorte wird draufgeschrieben, die Rückseite stempeln wir mit der Chargennummer. Hier seht ihr auch aus welchem Jahr das Saatgut stammt.  Bei über 600 Tomatensorten kann es also schon mal sein, dass die eine oder andere Sorte 3 bis 4 Jahre alt ist. Kein Problem, auch nach 10 Jahren keimt es prima. 

Pulst du einfach die Kerne aus den Tomaten auf ein Küchnkrepp? Teile uns deine Erfolgs-Methode mit! 

 

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  • Ganz schön aufwendig...

    Ihre Methode ist mir zu umständlich. Das mit dem Küchenkrepp ist viel einfacher. Samen auf das Küchenkrepp mit dem Glibber streichen, trocknen lassen und mit dem Papier in einen Briefumschlag stecken. Dann schreibe ich die Sorte und das Jahr drauf. Das Papier wird einfach mit der Tomatensaat im Frühjahr in die Erde gesteckt. Hat bisher immer funktioniert.
    Liebe Grüße an das Kleverhof-Team und vielen Dank für die große Auswahl an historischen Tomatensorten.

  • Historische Tomatensorten

    Danke Silvia, wir werden die Auswahl an verschiedenen Sorten noch erweitern, da gibt's noch ganz viele interessante, ausgefallene und einzigartige Tomaten die wir Ihnen zur nächsten Saison anbieten können.
    Wir züchten sie bereits, dürfen sie aber aufgrund der Bio-Verordnung noch nicht verkaufen.
    Liebe Grüsse vom Kleverhof-Team!

  • Ausgesprochen interessant

    Eure Methode mag zwar umständlich erscheinen, aber somit die Garantie zu erhalten, auch wirklich nur die keimfähigen Samen zu erhalten, hat schon was. Wenn nur der Schimmelrasen oben drauf nicht wäre ..... ihgitt.
    Das zu viel Licht beim Trocknen das Saatgut steril machen kann, war mir Neu. Danke für den Hinweis!

    Hatte dieses Jahr auch verschiedene Sorten bei mir angepflanzt und wie sonst die Jahre über auch, meine Samen daraus gewonnen. Leider galt das ausschließlich nur für die großen Tomatenpflanzen (über 2,50m), die Kleinwüchsigen (unter 50cm) wollten dieses Jahr alle nicht bei mir gedeihen. Meine Balkonsaison mit fast nur Tomaten ist nun leider schon vorbei. An anderen Jahren war ich bis Oktober (seltener bis November) zu Gange.

    Ich sammle alle reifen Tomaten von einer Sorte, schneide sie auf und gebe sie mit samt dem Glibber in ein feinporiges Baumwollsäckchen (theoretisch sollten auch Feinstrumpfsöckchen mit 30 DEN gehen. Aber ob diese die Belastung auf Dauer durchhalten? Ich habe es noch nicht probiert). Wenn alle Samen drin sind, binde ich es zu und wasche den Glibber von den Samen gründlich ab. Beim Rubbeln und Kneten spürt man recht deutlich, ob noch Glibber vorhanden ist (sieht man ja nicht). Das kann man so lange durch die feinen Poren drücken, bis nichts mehr übrig bleibt. Zurück bleiben wie bei euch auf dem Bild erkennbar nur noch die nassen Samenhäufchen, die ich auf einem beschichtetem Blatt verteilt zum Trocknen lege. Da pappt auch nichts auf dem Papier fest, kleinere Samenhäufchen lassen sich auch nach dem Trocknen gut vereinzeln, weil der Glibberklebstoff fehlt. Meine so gewonnenen Samen parke ich für die nächste Saison in beschrifteten Ü-Eiern, darauf enthalten Geschmack, Wuchs, Sorte und Datum der Einlagerung.